Das Dienen unter der Berücksichtigung der Hierarchie

Eine kurze Gedankenskizze aus einer heutigen Sitzung zum Thema des Dienens unter Berücksichtigung der Hierarchie zwischen dem Diener und dem Bedienten.

Das Dienen ist nur dann ein Dienen, wenn der Diener den zu Bedienenden in der Hierarchiestellung über sich stellt. Wir können nur nach oben dienen, niemals nach unten. Somit wird nur ein solches Verhalten als Dienst erkannt, dass den Bedienten über sich stellt. Wir dienen nach oben, nicht nach unten.

Es gibt den Fall, dass ein Mensch glaubt ein Diener zu sein, wenn er, die er unter sich betrachtet, weil sie noch nicht so viel Wissen wie er, noch nicht soviel können wie er, versucht das beizubringen, was er weiß und kann. Das ist noch kein Dienen. Dies ist ein sich erheben über den anderen, obgleich das oberflächliche Motiv zumindest zu Beginn einer affektierten Freude entsprechen kann.

Wann wird nun mein Beibringen von Wissen und Können zu einem Dienst an meinen Mitmenschen?

Hier finden wir diese bekannte Geschichte in uns. Die Geschichte vom Meister und vom Schüler. Ein wahrer Meister ist nur einer, der dem Schüler als Diener gegenübertritt, weil er in seinem Schüler einen Meister sieht. Als Hebamme ist er diesem Schüler dabei behilflich, den in ihm als Keim vorhandenen Meister zum Sprießen und Erblühen zu bringen. Der Meister wird nur dadurch zum Diener, weil er dem Meister der noch Keimling ist, aber doch auch schon ein Meister ist, dient und nicht dem Schüler. Der Meister kann damit nur in den Dienst treten, weil er “über” der Zeit sieht.

So können wir schließen: Nur ein Diener kann ein Meister sein. Doch nicht übersehen: Dienen bedingt die Fülle im Anderen zu erkennen. Dienen handelt und agiert “nicht” in der Sichtweise, im anderen einen Mangel zu erkennen.

Dienen also ist der Weg zur Meisterschaft. Nur ein Diener ist ein Meister.

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